High Noon im FBG – Standbild wird zum Thriller mit Happy-End: Ruhr Füchse mE3 – HTV Hemer ► 20:19 (6:11)

Statt Gulasch bei Omma gabs Sonntag Mittag in der FBG-Sporthalle gewürztes Unterhaltungsprogramm. Und wie es sich für einen guten Spielfilm gehört, kümmerten sich die kleinsten Ruhr Füchse anständigerweise um einen ordentlichen Spannungsbogen. Um den Eltern und Großeltern zunächst die Überleitung aus dem ZDF-Fernsehgarten im Morgenprogramm etwas zu erleichtern, entschieden sich die Füchslein daher, die Stimmung nach dem Anpfiff erst einmal auf dem Nullpunkt zu halten und Standbilder zu simulieren. Zu schnelle Bewegungen der Akteure könnten die Augen- und Nackenmuskulatur der Zuschauer schädigen, hatte Taktik-Fuchs Tönnies vor dem Spiel nochmal extra erwähnt. Sehr fürsorglich. Schade, dass der Gegner nicht mitspielte… die Hemeraner waren wach und schnell und (mal wieder) ein Vorbild in Sachen Abwehrarbeit. Resultat war ein angemessener 6:11-Rückstand zur Halbzeit. Aber das gehörte ja alles zum Plan. Der obligatorische Halbzeit-Anschiss brachte die Kaffeetassen auf der Tribüne zum Zittern, war aber den Kindern zuvor angekündigt worden. Diese spielten das Spiel fantastisch mit und legten wie geplant in der 2. Halbzeit den Schalter um. Die Abwehrarbeit wurde mit der nötigen Ernsthaftigkeit betrieben und im Angriff griff wieder wie üblich ein Rädchen ins andere. Nach dem zwischenzeitlichen 6:13 begann die große Aufholjagd. Die Gäste verloren nun Konzentration, Zweikämpfe und einige Spieler, die sich zweimütige Erholungspausen gönnten. Im Gedächtnis bleibt der Ringkampf, bei dem Vincent nur durch unerlaubte Würgetechniken zu Fall gebracht werden konnte. Mit Milans Tor zum 16:16 war erstmals der Ausgleich erzielt, die Halle glich inzwischen einem Tollhaus.

Die Nerven der Eltern lagen nun vollständig blank und ließen sich nur noch mit Alkohol wieder beruhigen, als die letzten Minuten anbrachen. Alles angerichtet für den Showdown. High Noon im FBG. Aber die Guten (Füchse) blieben standhaft gegen die nun wieder stark angreifenden Bösen (Hemeraner). Die Wagenburg hielt mit viel Dusel und Fortune, und auch ein wenig Glück war dabei. Schweiß und Tränen flossen in die letzten 90 Sekunden des Spiels, um den 20:19-Vorsprung zu verteidigen. Dann kam auf der Spitze des Spannungsbogens die Kavallerie, wie es sich gehört, nahm eine Auszeit und sortierte die Taktik für die letzten Sekunden. Happy End. (Aber das üben wir nochmal. Ballverluste wenige Sekunden vor Spielende gehören nicht ins Drehbuch…)

Schauspielerische Glanzleistungen zeigten: Paul, Mats, Levi, Theo, Luke, Vincent, Faris, Oskar W., Eike, Milan, Oskar B. und Alexander R.